Equal Pay Day 2015 im Bezirk Liezen am 12. Oktober

Equal Pay Day 2015„Würden Sie Ihrer Tochter weniger Taschengeld geben als Ihrem Sohn?“

 

Die Lohnlücke hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig verringert, aber wir lassen uns nicht entmutigen. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kämpft gegen diese Ungerechtigkeit.   Der Einsatz für Einkommensgerechtigkeit findet auf vielen Ebenen statt: auf Gesetzes-, auf Kollektivvertrags- und auf Betriebsebene. Denn Einkommen dürfen nicht vom Geschlecht abhängig sein!

„Im Schnitt verdienen Vollzeit arbeitende Frauen in der Steiermark heuer um 23,3 Prozent (2014 / 23,5 %) weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit fangen Steirerinnen ab dem 7. Oktober (+/- 0) an, gratis zu arbeiten, während die Männer bis zum Jahresende noch weitere 10.756 Euro verdienen“, stellt die ÖGB-Frauenvorsitzende der Region Obersteiermark Nord Antonia Baumann fest.

Im Bezirk Liezen verdienen Vollzeit arbeitende Frauen heuer um 22 Prozent (2014 / 23,2 %) weniger. Die arbeitenden Männer erhalten in unserem Bezirk jährlich € 42.054,– während die arbeitenden Frauen nur € 32.783,– erhalten. Statistisch gesehen beginnen die im Bezirk Liezen beschäftigten Frauen ab 12. Oktober (2014 / 8. Oktober) gratis zu arbeiten.

Wichtig sind auf dem Weg zu größerer Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auch die Verbesserung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten (insbesondere arbeitsadäquate Öffnungszeiten), eine Aufwertung „typischer“ Frauenberufe, die Erleichterung des Zuganges zu Vollzeitstellen für Frauen und familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle.

Schließen der Einkommensschere geht weiter

„Der Trend geht in die richtige Richtung, aber das viel zu langsam“, erklärt ÖGB-Regionalvorsitzender Erich Berger in Bezug auf den Vergleich zum Vorjahr – 4 Tage konnten aufgeholt werden. Dass sich die Arbeit der ÖGB-Frauen lohnt, zeigt ein Rückblick auf das Jahr 2004, in dem der bundesweite Equal Pay Day überhaupt noch auf den 23. September fiel. „Wir werden weiter sensibilisieren und uns in jeder Verhandlung hartnäckig um Verbesserungen bemühen. Denn Einkommensgerechtigkeit ist erst erreicht, wenn der Equal Pay Day am 31. Dezember gefeiert werden kann!“, so Erich Berger abschließend.

 

Zentrale Forderungen für die Lohngleichheit von Frauen

+ Mindesteinkommen von 1.500 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung

+ Verpflichtende Frauenförderung in großen Betrieben

+ Verbindliche Quoten für Führungspositionen

+ Ausweitung der gesetzlichen Einkommenstransparenz auf kleinere Betriebe

+ Anrechnung der Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche (analog zum Präsenz- und Zivildienst)

+ Höhere Gehälter der Beschäftigten in frauendominierten Branchen, insbesondere im Dienstleistungssektor, im Bereich Gesundheit und Pflege, im Sozialbereich sowie in allen Bereichen der Bildung